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2026-02-10 Reale SSB-Bandbreite!

 

Da mit der SOTA-SSB-Challenge manchmal wieder etwas mehr auf der QRG um die 144,300 MHz los ist, kam natürlich die SSB-Bandbreiten-Diskussion auf!

Diese Diskussion ist so alt, wie SSB.

 

Die landläufige Meinung ist, dass ein SSB-Signal nur 3 kHz breit wäre oder zu sein hätte.

Theoretisch ist die NF-Bandbreite ca. 3 kHz.

Aber in der HF-Ebene sieht das anders aus!

 

Durch die technischen Gegebenheiten, man könnte auch sagen Mängel o. Unzulänglichkeiten, ist die reale Breite ein Vielfaches davon!!!

Auf den Grund gehe ich weiter unten ein.

 

Um euch das zu demonstrieren habe ich einige "Bandbreiten" von S9-Stationen bei SOTA aufgezeichnet.

Natürlich auch mein eigenes Signal!

 

Je schwächer ein Signal ankommt, desto geringer werden auch die seitlichen Aussendungen, denn die verschwinden dann im Rauschen.

Deshalb habe ich hier nur S9-Signale verwendet.

 

Das Datum und das Rufzeichen habe ich jeweils entfernt.

 

 

1. Mein eigenes SSB-Signal

 

FT-987 + PA QQE 06/40 ca. 100 W:

 

 

Mein Signal am WebSDR

 

 

Und nun übersteuere ich meine PA absichtlich (30 % mehr Ansteuerleistung)!

 

 

Ohooooooo.... das Signal ist über 20 kHz breit geworden....!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Übersteuern ist nicht das "Gelbe vom Ei"!!! Es bringt zwar noch ein Quäntchen mehr Leistung, aber eben auch eine riesige Bandbreite!

Der Test-Satz ist übrigens: Test von DC0RB.

Wobei das DC0RB in Großbuchstaben zu sprechen ist.

 

 

2. Stationen, die bei mir mit S9 ankommen:

 

2.1.

 

 

 

2.2.

 

 

2.3.

 

 

2.4

 

 

2.5.

 

 

 

2.6.

 

 

 

2.7.

 

 

 

2.8. Ein OM hat mir freundlicherweise ein Bild von seinem 100 Watt TX zur Verfügung gestellt.

 

 

 

3. Gegenseitige Beeinflussung in 10 kHz Abstand

 

Bezug nehmend auf 2.8., sind sicher, nach Aussage des Analyzers, 99 % der Gesamtleistung innerhalb 3,573 kHz. (Achtung, logarithmische Darstellung, man kann das nicht linear integrieren!)

Aber der Rest ist eben deutlich breiter und in der "Nachbarschaft", 10 kHz daneben, noch zu hören. Das ist das sogenannte "Splattern".

https://klamauk.bandcamp.com/track/splatter-funk

 

Ich nehme jetzt mal dieses Signal von 2.5.

Der Nachbarkanal in 10 kHz Abstand ist blau markiert.

 

Der Nachbarkanal bekommt das Signal noch mit -121 dBm ab. Das sind rund 0,2 µV.

Wie viel davon der Empfänger weg filtern kann, müßte man mal untersuchen.

Die Empfänger-Empfindlichkeit liegt durchaus im Bereich von -128 bis -135 dBm, also noch deutlich darunter!!!

Klar ist, wenn der TX nicht 100 km entfernt ist, sondern nur 10 km, dass dann die Beeinflussung noch erheblich größer ist.

 

 

4. Ursache der erhöhten Bandbreite ist die Intermodulation

 

Das ganze beruht in 1. Linie auf den Intermodulationsprodukten, die im gesamten TX entstehen.

Intermodulation entsteht an unlinearen Kennlinien von Bauteilen, in 1. Linie an Transistoren, Röhren, aber auch an passiven Bauteilen, wie zum Beisp. Ferrite.

Insbesondere am Ende der Verstärker-Kennline, also im oberen Aussteuerungsbereich, kommt es zu erhöhter Intermodulation.

Denn dort ist die Kennlinie nicht mehr linear, sondern beginnt sich stark zu krümmen.

 

"Dr. Google":

 

 

Eine gute Abhandlung zur Intermodulation hat DC4KU verfasst: https://dc4ku.darc.de/Intermodulationsmessung_an_HF-Sendern.pdf

 

Das Thema wurde auch im CQDL 1-2025, S. 56 erörtert.

Für Mitglieder: https://www.darc.de/cqdlarchiv/CQDL01-2025.pdf

 

 

 

5. DC0RB im Jahr 1992

 

Bereits 1992 habe ich mich mit dem Thema befasst.

Hier eine IM-Messung (2-Ton-Verfahren) meiner damaligen Anlagen.

 

Innenkurve der TRX

Außenkurve der TRX + PA

 

 

Das Foto auf meiner Startseite ist die Intermodulationsmessung des Langwellensenders 250 kW in AM, der natürlich real auch mehr als 7,5 kHz hatte.

 

 

Fazit

Die realen Bandbreiten weichen erheblich von den gewünschten ab! Das 3 - 4-fache von 3 kHz ist die Regel!

Die Verstärkerkennlinie sollte möglichst linear sein.

Je stärker man sich in die Vollaussteuerung begibt, desto breiter wird das SSB-Signal.

 

 

Update 1:

Hoppala... Was ist das denn?

Wenn man in SSB etwas neben die QRG dreht pfeift es und ist in LSB und USB lesbar.

 

 

Wer weiß es?

 

 

Update 2:

 

Ein weiteres sehr sauberes Signal aus einer BEKO-PA

 

 

 

Update 3

 

Signal einer 600 W Clubstation

 

 

Update 4

 

Heute ein extremes Beispiel. Vermutlich die Endstufe total übersteuert!!!

Das Signal ist über 20 kHz breit!!!!!!!!!!!!!!!

 

 

 

 

Update 5

 

Ein Signal aus einem Transverter (KW --> UKW).

 

 

 

 

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