https://dc0rb.darc.de/

 

2026-10-26 Retevis RT95 - Mess-Bericht

 

 

Das Retevis RT95 kann man zur Zeit recht günstig erwerben und ist ein FM TRX für 2m und 70cm.

Es ist eher für den mobilen Einsatz gedacht, aber manche OMs verwenden es zusammen mit einem Akku auf den Bergen.

Bei mir wird es bisher als "Haustelefon" für die örtlichen QRGs benutzt.

 

Da ich mit dem Gerät schon einige Verbindungen zu SOTA-Stationen über 100 km gemacht habe und das nur mit einer T2LT auf dem Dachboden,

gehe ich davon aus, dass der RX recht empfindlich ist. Man wird sehen, ob sich das bei den Messungen bewahrheitet.

 

Hinweisen möchte ich auch auf den ausführlichen Messbericht von DL6DCA:

https://www.darc.de/fileadmin/filemounts/distrikte/o/ortsverbaende/38/Downloads/Retevis_RT95__Vox____73.pdf

 

 

S/N:

250806R0951102676

 

 

 

Alle Messungen erfolgten mit 12 V Speisespannung!

 

 

1. Frequenzgenauigkeit (FM)

 

Retevis RT95 145,000 MHz, FM unmod.

 

 

Bei Zimmertemperatur eine Abweichung von ca. -40 Hz.

 

 

Retevis RT95 435,000 MHz, FM unmod.

 

 

Bei Zimmertemperatur eine Abweichung von ca. -150 Hz.

 

 

 

2. Nebenaussendungen (FM)

 

2m-Band

Retevis RT95, 145,0 MHz, FM, Leistung High

 

 

Die höchste Nebenaussendung bei 145 MHz ist um fast 65 dB gedämpft, damit entspricht es der Amateurfunkverordnung!

 

 

70cm-Band

Retevis RT95, 435 MHz, FM, Leistung High

 

 

Bis fast 70 dB ist keine Nebenaussendung zu erkennen, damit entspricht es der Amateurfunkverordnung!

 

 

 

3. Sendeleistung (FM)

 

2m

 

 

25 W in Stellung High, wie angegeben.

 

15 W in Stellung Middle.

5 W in Stellung Low

 

70cm

 

 

 

Ca. 21 W bei Power High.

 

15 W in Stellung Middle.

5 W in Stellung Low

 

 

4. Frequenzgang des RX, Bandbreite Wide

 

Messung: PC-Soundkarte Wobbelsignal - R&S SMG 145,500 MHz FMext - Retevis RT95 - Lautsprecherausgang auf 8 Ohm Widerstand, parallel über 20 µF Kondensator zur PC-Soundkarte Line-Eingang.

Die 20 µF sind notwendig, da man das Lautsprecherausgang-Signal, laut Manual, nicht mit Masse verbinden darf!

 

 

 

 

 

5. Klirrfaktor, Bandbreite Wide

 

Bei ca. 1 W, NF 1000 Hz an 8 Ohm, ca. 3 % Klirrfaktor

 

 

 

 

6. RX-Empfindlichkeit bei 145 MHz (FM), Bandbreite Wide

 

Die Performance von DC0RB, Annäherung von unten.

 

HF off, NF-Rauschpegel messen - HF on, HF-Pegel so lange erhöhen bis 10 db über dem Rauschpegel erreicht sind.

Ext. NF-Ausgang an einem 8 Ohm Widerstand, ohne Lautsprecher.

 

Messeinstellung:

Retevis RT95: 145,0 MHz, FM, Wide

SMG: FM 3 kHz Hub, 145,0 MHz, Zusatzdämpfung 50 dB

 

 

 

SPM-11 40 Hz BW Rauchen/8 Hz Signal (Verhältnis 5).

(Verhältnis 5 entspricht: 3000 Hz/600 Hz)

 

Empfindlichkeit: -128,4 dBm = ca. 0,085 µV für 10 dB S/N.

 

 

7. RX-Empfindlichkeit bei 435 MHz (FM) , Bandbreite Wide

 

Die Performance von DC0RB, Annäherung von unten.

 

HF off, NF-Rauschpegel messen - HF on, HF-Pegel so lange erhöhen bis 10 db über dem Rauschpegel erreicht sind.

Ext. NF-Ausgang an einem 8 Ohm Widerstand, ohne Lautsprecher.

 

Messeinstellung:

Retevis RT95: 435,0 MHz, FM, Wide

SMG: FM 3 kHz Hub, 435,0 MHz, Zusatzdämpfung 50 dB

 

 

 

SPM-11 40 Hz BW Rauchen/8 Hz Signal (Verhältnis 5).

(Verhältnis 5 entspricht: 3000 Hz/600 Hz)

 

Empfindlichkeit: -127,6 dBm = ca. 0,093 µV für 10 dB S/N.

 

 

 

8. S-Meteranzeige, Bandbreite Wide

 

Die Vorgabe von ITU:

 

 

Messwerte:

 

S

dBm

Anzeige

Differenz

9

-93

9

0

7

-105

7

0

5

-117

1

-4

 

S9

 

S7

 

S5

 

 

 

 

9. Messung der Nebenwellenempfindlichkeit bei 145 MHz (FM), Bandbreite Wide

 

Bei der Messung habe ich mich weitgehend an die Empfehlung von DK4RX und DL2CH gehalten.

Retevis RT95: 435,0 MHz, FM, Wide

 

Messanordnung

SMH: HF1 145,000 MHz, 2,4 kHz Hub. -62,6 dBm und D1 auf -107 dBm = 1 µV am RX eingestellt.

(D1 = 20 + 20 dB = 40 dB)

 

SMG: HF2 144,975 MHz, 2,4 kHz Hub -> Pegel erhöhen bis die NF um 3 db einbricht

D2 = 0 dB, Pegel HF2 = -0,7 dBm

 

SPM-11: 40 Hz BW.

 

Koppler Radiall R432071200 mit 4 db Dämpfung

 

Das ergibt eine Nebenwellenempfindlichkeit bei -25 kHz Kanalabstand von ca. 102 dB.

 

 

 

 

Gleiche Messung mit einem Kanal oberhalb (+25 kHz).

Messanordnung

SMH: HF1 145,025 MHz, unmod. -62,6 dBm und D1 auf -107 dBm = 1 µV am RX eingestellt.

(D1 = 20 + 20 dB = 40 dB)

 

SMG: HF2 145,475 MHz, unmod. -> Pegel erhöhen bis die NF um 3 db einbricht

D2 = 0 dB, Pegel HF2 = -1,0dBm

 

SPM-11: 40 Hz BW.

 

Das ergibt eine Nebenwellenempfindlichkeit bei +25 kHz Kanalabstand von ca. 102 dB.

 

 

 

 

10. Weitab-Selektion 145 MHz +/- 50 MHz (FM)

 

In der Regel schweigen die AFu-Gerätehersteller darüber!

 

Eine Erläuterung von der Google-KI:

Die Weitab-Selektion beschreibt die Fähigkeit eines Funkempfängers, starke Störsignale, die auf Frequenzen weitab vom gewünschten Empfangskanal liegen, wirksam zu unterdrücken. 

Bedeutung und Funktion

Technische Aspekte

Funkgeräte mit schlechter Weitab-Selektion können Probleme mit hohen HF-Eingangspegeln durch starke Störsender haben, was zu Übersteuerungen und schlechter Audioqualität führt. Hersteller verwenden oft spezielle Bandfilter oder Kristallbandfilter, um eine hohe Weitab-Selektion zu erreichen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Weitab-Selektion ein wichtiges Qualitätsmerkmal eines Funkgeräts ist, das sicherstellt, dass nur das gewünschte Signal empfangen wird und weit entfernte oder frequenzmäßig stark abweichende Störungen effektiv herausgefiltert werden.

 

Messaufbau wie unter 9.

Mehr als +16 dBm Ausgangspegel kann der R&S SMG nicht, somit ergibt sich:

 

Bei HF 2 = 95,0 MHz ergibt sich eine Weitab-Selektion von > 119 dB.

Bei HF 2 = 195,0 MHz ergibt sich eine Weitab-Selektion von > 119 dB.

 

 

 

 

 

11. Occupied Bandwidth 99% der Leistung (FM), Mice-Gain 1, Sprache

 

Erklärung: https://ib-lenhardt.com/de/wissen/gl/occupied-bandwidth

Aufgenommen mit Max Hold, Sprache, normaler Mikro-Abstand.

 

 

Bandbreite Wide 10,44 kHz OBW

 

Bandbreite Middle 8,72 kHz OBW

 

Bandbreite Narrow 5,84 kHz OBW

 

 

 

12. Stromverbrauch

 

Empfangsmodus, Lautstärke 1, SQL 1, kein Signal

 

 

TX-Betrieb, 25 W, FM

 

 

 

 

13. Kühlung/Gehäusetemperatur

 

Ich habe die Gehäusetemperatur, das Gehäuse ist gleichzeitig der Kühlkörper, bei 25 W Sendeleistung 145 MHz und anschließender Abkühlung zeitlich notiert.

 

 

Ich hoffe, die Entwickler haben die Kühlung ausreichend dimensioniert.

Man sollte das Gerät keinesfalls isoliert einbauen, würde ich sagen. Sonneneinstrahlung ist wahrscheinlich auch nicht dienlich.

Bei längerem Betrieb habe ich auch schon 60° C gemessen.

Aber dafür macht es keine Geräusche, weil es keinen Lüfter hat.

 

 

14. Gewicht/Maße

 

Ca. Breite 12,0 cm x Höhe 4,0 cm x Tiefe 15,0 cm

Gewicht genau 1,0 kg mit Mikro und Anschlusskabel

 

 

Fazit:

 

Das Retevis RT95 ist ein kleines kompaktes Gerät, das man zu einem sehr günstigen Preis erwerben kann.

Die Modulation ist laut einiger OMs sehr gut und hell.

Es hält bei den Oberwellen/Nebenwellen alle Vorschriften gut ein.

Schön ist auch die 3-stufige Bandbreiten-Einstellmöglichkeit, die auch gut wirkt.

Die angegebenen Sendleistungen werden nahezu eingehalten und sind mit 25 W relativ hoch.

Der RX ist durchschnittlich empfindlich.

Das Großsignalverhalten ist sehr gut.

Die Energiebilanz ist mit einem Ruhestrom von ca. 200 mA und einem Strom von knapp 5 A bei 25 W Sendeleistung gut.

Die Lautstärkereglung gefällt mir nicht so gut. Bei Stufe 1 hört man nichts, bei Stufe 2 ist es schon relativ laut. Hier wäre eine feinstufigere Abstimmung schön.

Der Klirrfaktor ist bei 1 W NF etwas zu hoch.

Die Gehäusetemperatur ist bei Sendebetrieb, für meine Begriffe, zu hoch. Ein paar Kühlrippen mehr hätten nicht geschadet.

Die von Retevis zur Verfügung gestellte Software bietet wenig Komfort, ist unteres Minimum und könnte deutlich besser gestaltet werden.

Anstatt der PL-Buchse für den Antennen-Anschluss, wäre für ein 70cm Gerät eine BNC- oder N-Buchse besser geeignet.

 

  https://dc0rb.darc.de/